Waffensachkunde gem. §7 GewO

Waffensachkunde

Dauer – Waffensachkunde gem. §7 GewO:

5 Tage á 8 Unterrichtsstunden (40UE)

Aufteilung

3,5 Tage theoretischer Teil, 0,5 Tage praktischer Teil, 1 Tag theoretische, praktische und mündliche Prüfung (Die Angaben zur Unterrichtsverteilung sind ca. – Angaben in Abhängigkeit der Teilnehmerzahl).

Teilnehmerzahl

max. 15 Teilnehmer:
Grundvoraussetzung sind ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Auf die detaillierte Gliederung des Unterrichts wird in der Folge näher eingegangen.

Methodik

Präsentation mittels Beamer/Flipchart, Verdeutlichung anhand von Fotos, Diagrammen und Kurzfilmen. Die praktische Ausbildung findet in der 4-Stufen-Methodik statt. Die Teilnehmer haben grundsätzlich die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt des Unterrichts Fragen zu stellen. Verständnisfragen seitens der Dozenten schließen eine Thematik ab.

Priorität

Absolute Unterrichtspriorität liegt auf dem Thema Sicherheit! Mangelnde Kenntnisse bezüglich der Gefahren, die von Waffen und Munition ausgehen, mangelhafter Umgang mit Waffe oder Munition, mangelhaftes Verhalten auf dem Schießstand werden nicht toleriert und erfordern eine Nachschulung.

Unterrichtsgliederung

Aus praktischen Überlegungen, bisher gemachten Erfahrungen und um eine sinnvolle, nachvollziehbare Gliederung zu erzielen, wird im Unterricht von der nachfolgenden Reihenfolge der Gliederungspunkte abgewichen.

Auf die explizite Aufführung der Gliederungspunkte: Nichtgewerbliche Herstellung und Bearbeitung von Schusswaffen und Munition, Not- und Seenotsignalmittel und Langwaffen verzichten wir in der nachfolgenden Gliederung, da sie für das Bewachungsgewerbe eine untergeordnete Rolle spielen. Auf die Punkte wird jedoch im Unterricht kurz eingegangen!

Waffensachkunde – Themen

Einleitung

  • Organisatorische Details, zeitlicher und praktischer Ablauf
  • Klärung der Teilnahmevoraussetzungen (Alter, behördliches Führungszeugnis…)
  • Einleitung ins Thema / Umfang, Zweck der Sachkunde nach § 1 WaffG

Waffenrecht

  • Wichtige Begriffsdefinitionen
  • Gliederung der Handfeuerwaffen
  • Waffen- und Munitionskategorien
  • WBK- pflichtige und Freie Waffen
  • Kennzeichnung von Waffen
  • Wesentliche Teile von Waffen
  • Verbotene Gegenstände
  • Geschosse im Sinne des WaffG
  • Kennzeichnung der Munition
  • Die WBK
  • Transport von Waffen, Waffen führen, tatsächliche Gewalt
  • Notwehr, Notstand, Notwehrüberschreitung, Putativnotwehr
  • Schussbereit, Zugriffsbereit
  • Öffentliche Veranstaltungen
  • Gutachten über die persönliche Eignung
  • Wann können / müssen Genehmigungen versagt werden
  • Zuverlässigkeit
  • Bedürfnis
  • Erwerb, Besitz und Führen von Waffen im BewachG
  • Aufbewahrung von Waffen und Munition
  • Waffenschein, kleiner Waffenschein
  • Aktuelle Änderungen / Ergänzungen des Waffenrechts

Waffentechnik

  • Technik des Revolvers
  • Technik der Pistole
  • Gegenüberstellung Pistole und Revolver / Vor- und Nachteile
  • Waffentechnik: Kompensator, Einstecklauf, Adapter, Reduzierhülse
  • Der Lauf
  • Die Sicherung
  • Patronenaufbau
  • Munitionsarten
  • Geschossarten und –formen
  • Das Treibladungspulver
  • Progressiv und Offensiv

Ballistik

  • Innen- und Mündungsballistik
  • Außen- und Zielballistik
  • Geschwindigkeit und Auftreffenergie
  • Gefährdungsbereich und Höchstschussweiten

Sicherheit

  • Unfallverhütungsvorschriften
  • Sicherheit beim Umgang mit der Waffe
  • Sicherheitsregeln und Verhaltensregeln auf dem Schießstand
  • Vor dem Schießen, während des Schießens, nach dem Schießen
  • Verhalten bei Waffenstörungen
  • Das praktische Schießen
  • Die Visierung
  • Halten der Waffe
  • Typische Abzugsfehler
  • Trockenübungen an den Waffen: Aufnahme der Waffe, Prüfen des Ladezustands, Laden, Einrichten, Haltung, Zielen, Schussabgabe, Entladen, Ablegen der Waffe, Sicherheit herstellen
  • Trockenübungen: Erkennen der Kennzeichnungen an Waffen und Munition

Prüfungsvorbereitung

  • Prüfungsfragen aus dem Bereich des WaffG
  • Prüfungsfragen aus dem Bereich der Waffentechnik
  • Prüfungsfragen aus dem Bereich BewachV
  • Prüfungsfragen aus dem Bereich der BGV-C7

Standbenutzung

Grundsätzlich wird mit nur zwei Personen das praktische Schießen auf dem Stand durchgeführt. Der Ausbilder/ die Ausbilderin trägt die Verantwortung, dass die Prüflinge unter keinen Umständen alleine mit einer Waffe auf dem Stand steht. Insbesondere wird darauf geachtet, bei Fehlverhalten wie unvorsichtigem Hantieren mit der Waffe sofort einzuschreiten. Der Ausbilder / die Ausbilderin überzeugt sich vor Beginn des Unterrichts von der technischen Standsicherheit (Flucht- und Rettungsweg, Lüftungsanlage, Beleuchtung, Erste- Hilfe- Ausrüstung) und sorgt nach Beendigung des Schießbetriebes für eine Standreinigung (Beseitigung von Hülsen).

Geschossen wird auf die Standard- Kurzwaffenscheibe. Die Schießentfernung beträgt 10 bis maximal 25 Meter.

Der Schütze schießt mit dem Revolver jeweils in Single Action und Double Action.

Zum Standard gehört die Benutzung einer Schutzbrille und eines Gehörschutzes. Die Teilnehmer werden diesbezüglich vor Aufnahme des Übungsschießens belehrt.

Waffen

Da in der Bewachungsbranche ausschließlich Kurzwaffen verwendet werden dürfen, erfolgt die Ausbildung praxisbezogen an einem Revolver im Kaliber .357Mag / .38 SPC und einer Pistole im Kaliber 9mm Luger. Unabhängig hiervon erfolgt während der Unterrichtung auch das Eingehen auf die Höchstschussweiten bzw. Gefährdungsbereiche anderer Kaliber und von Langwaffen.

Übungsschießen

Jeder Teilnehmer schießt (ca. – Angaben):

  • 20 Schuss Pistole
  • 10 Schuss Revolver single action
  • 10 Schuss Revolver double action

Ziel ist es, von jeweils 40 Schuss pro Person mindestens 30 Punkte zu erreichen.

Waffensachkunde – Prüfung

Prüfungsablauf theoretische Prüfung

Die Prüfung erfolgt überwiegend im Multiple-Choice-Verfahren. Die Prüfungsbögen setzen sich aus den Bereichen „Waffen- und munitionstechnische Begriffe“, „Waffenrechtliche Begriffe“ und „Umgang mit Waffen und Munition / Sicherheit“ zusammen. Es können mehrere oder alle Antworten richtig sein, mindestens jedoch eine Antwort ist richtig.

Prüfungsdauer: 90 Minuten.

Der Teilnehmer erfährt nach Ablauf der nachfolgenden Auswertung, ob er die schriftliche Prüfung bestanden hat.

Prüfungsablauf praktische Prüfung

Nach bestandener schriftlicher Prüfung nimmt der Teilnehmer an der praktischen Prüfung teil. Es erfolgt keine Hilfestellung mehr während des Prüfungsschießens.

Zu Beginn werden dem Prüfling mündliche Fragen gestellt. Diese befassen sich mit grundlegenden Dingen des Waffenrechts, der Kennzeichnungspflicht von Schusswaffen und Munition und der Handhabung.

Der Teilnehmer erhält alsdann die Bestätigung zur Abgabe der ersten 5 Schüsse. Hierauf hat er selbsttätig die Waffe aufzunehmen, zu laden, sich einzurichten und die Schussabgabe einzuleiten unter Beachtung aller Sicherheitsaspekte.

Ein Fehler beim sicheren Umgang mit der Waffe führt zum Abbruch der Prüfung und zum Ergebnis „nicht bestanden“.

Nach erfolgter Trefferaufnahme wird der nächste Durchgang geschossen. Insgesamt werden 10 Schüsse mit der Pistole, 10 Schüsse mit Revolver in Single Action und 5 Schüsse mit dem Revolver in Double Action abgegeben.

Nach bestandener praktischer Prüfung erhalten die Teilnehmer ihre Teilnahmebescheinigungen.

Dokumentation

Spätestens 14 Tage vor Beginn der Unterrichtung muss jeder Teilnehmer namentlich mit Adresse der zuständigen Behörde mitgeteilt werden. Dazu erfolgt eine Information an die Behörde, an welchen Tagen und wo die Prüfung stattfinden wird, damit die Mitarbeiter der Behörde die Möglichkeit haben, an der Prüfung teilzunehmen.

Beim Übungsschießen wie auch beim praktischen Schießen wird ein Schießbuch fortlaufend geführt, welches ebenfalls zur Einsichtnahme der zuständigen Behörde und zum Nachweis der Schießergebnisse bestimmt ist.

Die Prüfungen werden abgenommen durch einen zugelassenen Trainer/Unternehmen mit einer staatlichen Anerkennung

Theorie:

Praktisches Schießen:

Theorie- und Praxisprüfung:

30 UE

06 UE

04 UE

Vorgeschlagene Bildungsangebote:

Menü