Integration – und es geht doch!

Unser Teilnehmer Ahmad Abed Al Ghani

ZBW News, 11. November 2021

Während wir in der letzten Zeit viel Negatives über die Integration von Migranten lesen mussten, können wir nun auch Positives berichten:
Herr Ahmad Abed Al Ghani, mit Ursprung aus Palästina, jedoch in Damaskus (Syrien) geboren, hat nicht nur innerhalb eines knappen Monats (!) die schriftliche Sachkundeprüfung gem. §34a GewO bestanden: er ist mit herausragenden 90% (!!) in der mündlichen Prüfung auch Klassenbester geworden!

So sehr uns das auf der Sachebene freut, müssen wir dies ebenso von der menschlichen Seite betrachten, wenn wir denn von Integration sprechen, denn diese fand – auf beiden Seiten statt!
Will heißen: nicht nur Herr Abed Al Ghani hat etwas von uns gelernt – sondern wir auch etwas von ihm.

So waren wir beispielsweise nicht erfreut, als uns Herr Abed Al Ghani wegen des Zuckerfestes nach ein paar freien Tagen gefragt hat. Nicht, weil wir das Zuckerfest als solches nicht achten und respektieren würden, sondern weil die Zeit für die Sachkunde für Menschen mit gering(er)en Deutschkenntnissen noch schwieriger ist und somit jeder Tag im Unterricht zählt.
Dies hatten wir Herrn Abed Al Ghani auch genauso mitgeteilt.

Was dann passiert ist, hat uns mehr als erstaunt:
Am 2. Tag kam Herr Abed Al Ghani bereits wieder, früher als erwartet. Er teilte uns mit, er habe einen Tag lang mit seiner Familie das Zuckerfest gefeiert, wollte jedoch keinen weiteren Tag des Unterrichts verpassen und sei somit nun dauerhaft anwesend.

An einem anderen Tag musste er aufgrund einer wichtigen Situation mittags zu seinem Sohn, was wir ihm natürlich gewährt haben. 2 Stunden später rief er wieder an und teilte uns mit, er habe alles erledigt und komme nun zum restlichen Unterricht. Auch das haben wir noch nicht erlebt: Ein Teilnehmer kommt zu der ihm noch gering verbliebenen Zeit, weil es ihm ganz einfach wichtig ist.

Zu guter Letzt erzählte er uns, er habe seine Frau für 2 Wochen nach Berlin geschickt, damit er sich lediglich auf seine in Kürze bevorstehende Prüfung fokussieren konnte.

(von links nach rechts:) Herr Ahmad Abed Al Ghani mit unserem Dozenten Holger Dismann

Darüber hinaus war Herr Abed Al Ghani stets akkurat gekleidet, ist uns immer mit äußerster Höflichkeit und Freude begegnet und zeigte in jedem Augenblick Respekt, der selbstverständlich auf Gegenseitigkeit beruht hatte.

Herr Abed Al Ghani kann auf seine Leistung mehr als nur stolz sein. Seine Familie ehrt er damit und dient zudem als Vorbild für andere Migranten, die seinem Beispiel folgen können. Er bestätigt uns in der Umsetzung unseres neu eingeführten Kurses „Sicherheitskraft mit Migrationshintergrund“ und in unserem Bestreben danach, Veränderungen einzuführen, die für alle nützlich sind.

Wir haben von Herrn Abed Al Ghani sehr viel lernen können, vor allem, dass kulturelle Unterschiede nicht dazu führen müssen, uns gegenseitig zu entzweien, sondern verständnisvoll miteinander umgehen zu können, wenn wir respektvoll und auf Augenhöhe miteinander kommunizieren.

Aufgrund seiner äußerst höflichen, zuverlässigen und intelligenten Art haben wir ihm eine Stelle bei uns als Dozent in Aussicht gestellt (2-jährige, praktische Erfahrung vorausgesetzt) für welche er vorab die Fortbildung „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ erfolgreich absolvieren müsste.

Dies hat er sich absolut verdient!

Vielen Dank, Herr Abed Al Ghani, dass Sie bei uns waren! Unsere Türen stehen jederzeit für Sie offen und wir wünschen Ihnen nur das Beste auf ihrem weiteren Lebensweg.

(von links nach rechts:) Geschäftsführer Darko Spoljar, Herr Ahmad Abed Al Ghani und Herr Holger Dismann

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